Rückblick: Exkursion nach Hamburg zu Ipsos

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Es ist früh und es ist warm in Greifswald, aber 40 Psychologiestudenten verschiedener Semester stürmen in die Bahn und machen sich auf den Weg nach Hamburg zum drittgrößten Marktforschungsinstitut Deutschlands – Ipsos. „Sponsored by“ Preisgeldern vom Preis der Lehre von Prof. Dr. Jahn.

Kaum einer hat eine Ahnung, was uns erwartet und es wollen sich tatsächlich mehr von uns davon überzeugen lassen, dass dieses Gebiet nicht das ist, wofür sie studieren, als sich davon überzeugen zu lassen, dass sie genau zu so einem Arbeitgeber wollen. Aber wir alle sind gespannt.

In Hamburg angekommen, zieht der Himmel zu und bildet so einen besonders starken Kontrast zu Ipsos: Glasfassaden, die den Einblick in großzügige, polierte Räume mit weißen Lederstühlen und aufgeräumten Tischen gewähren, säumen den feinsäuberlich bepflanzten Innenhof. Als wir im Seminarraum ankommen, erhalten wir zunächst ein Besucherschild – alles ist von Sicherheitskameras überwacht. Im Raum sind Stühle aufgebaut und für unser leibliches Wohl ist in Form verschiedener Getränke, Franzbrötchen und Keksen gesorgt. 

Man hat sich wirklich Mühe gegeben für uns und offensichtlich einigen Aufwand betrieben. Nach einer freundlichen Begrüßung hören wir drei kürzere Vorträge über die Werdegänge verschiedener Ipsaner und deren Abteilungen. Da ist zunächst die Marketingabteilung, die die Meinungen und Vorlieben der Verbraucher in Erfahrung bringt – sei das mit Hilfe von Diskussionsrunden in von den Kunden einsehbaren Räumen, Interviews, oder Beobachtung der Verbraucer in ihren natürlichen Habitaten. Bei Market Quest sitzen die Leute, die sich über den Namen, das Image und den Wert der verschiedenen Marken und deren Produkte den Kopf zerbrechen. Wir müssen erfahren, dass im Supermarkt nicht nur der Kleinkram absichtlich kurz vor der Kasse liegt, und bestimmte Produkte des besseren Verkaufs wegen nebeneinander stehen, sondern dass auch die Musik, die scheinbar nebenher läuft, klare Funktionen erfüllt und selbst die Regalhöhe, auf der ein Produkt zu finden ist, erkauft wird! In der Loyality-Abteilung geht es wieder weniger um spezielle Produkte, als vielmehr um die allgemeinen Interessen der Verbraucher, die anhand von Fragebögen und Telefoninterviews ermittelt werden.

Nach einer Pause, in der sich die freundlichen „Dus“ etwas mit der kühlen Einrichtung gebissen haben, folgen weitere Vorträge. Mit Ipsos ASI wird es gleich besonders spannend. Diese Abteilung beschäftigt sich mit der Optimierung der Werbung. Relevant für eine gelungene Werbung, sobald man die Aufmerksamkeit auf sie gezogen habe, seien die emotionale Bewertung ihres Inhaltes und die Lernprozesse, die sie in Gang setzt. Um größtmögliche Effekte zu erreichen, bedient man sich verschiedener Mittel vom facetracker über optimale Blickführung bis hin zu sehr subtilen, aber wirkungsvollen Details. Der Consultant (hier eine Consultanin) wiederum kümmert sich um SMX – social media exchange. Produkte werden in Internetforen diskutiert, spezielle Suchmaschinen schnüren hilfreiche Informationspakete und auch Kunden können sich austauschen. Zu guter Letzt wurde uns die Innovationsabteilung vorgestellt. Hier geht es um die Entwicklung dessen, was um neue Produkte herum wachsen muss – aus vielen Ideen muss eine werden, aus den vielen Möglichkeiten für die Umsetzung dieser Idee muss eine ausgewählt werden. Für die Endversion gilt es einen Preis zu entwickeln, eine Verpackung zu entwerfen – alles was dazu gehört. Schließlich sollten Absatzprognosen möglichst präzise hervorsagen, wie viele Abnehmer das Produkt finden wird und dann kann über die Produktion entschieden werden. Es sind lange Wege und sie sind teuer, aber offensichtlich ist es die Sache wert!

Worüber sich alle Mitarbeiter einig sind, ist, dass ganz besonders Methoden und Statistik, darüber hinaus aber auch Sozialpsychologie, Motivationspsychologie und Differentielle Psychologie sehr wichtig für ihre Arbeit sind. Und alle würden sie sich über Praktikanten freuen!

Übrigens waren vier der Referenten Psychologen, die uns eingangs auch immer sehr interessante Details über ihren studentischen und beruflichen Werdegang verrieten.

Nachdem man sich von uns verabschiedet hat, geht es über einen kleinen Umweg durch die Büros zurück nach draußen. Wir alle verstehen nun wohl mehr von Marktforschung als vorher und inzwischen regnet es. Die Meinungen sind verschieden, die Wege trennen sich. Darüber, dass das eine gelungene und lohnende Exkursion war, sind wir uns aber wohl einig!

von Lou Frankenstein

Wir fänden es klasse, wenn ihr noch kurz Feedback zur Exkursion (Organisation, Anfahrt, Unternehmen, Ablauf, etc.) mailen könntet. Einige haben das bereits getan. Was hat euch gefallen? Was kann besser gemacht werden? – Um die Planung weiterer Exkursionen zu erleichtern.

Wenn jemand von euch Unternehmen kennt und/oder für das nächste Semester eine Exkursion planen möchte, kann man sich ebenfalls bei uns melden. Wir vom FSR werden im nächsten Semester selbst keine Exkursion planen – würden aber bei der Finanzierung und Organisation Unterstützung anbieten, wenn sich jemand findet!

admin